Fotos: Vilsbiburger Zeitung, Harald Schwarz, 14.12.2019.

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2018 - Elisabeth Kerscher

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2018 - Elisabeth Kerscher

Die neue Trägerin des Manfred-Paech-Jugendsportpreises: Elisabeth Kerscher, eingerahmt von Bürgermeister Helmut Haider (links) und Laudator Joachim Weiershaus.

Bestätigung für Einsatz und Entbehrungen

Volleyballtalent Elisabeth Kerscher mit Manfred-Paech-Jugendsportpreis ausgezeichnet

Vilsbiburg. Sie ist eines der Nachwuchstalente der Roten Raben. Und sie ist ein Vilsbiburger Eigengewächs: Elisabeth Kerscher. Die 16-Jährige, die aus einer Skifahrerfamilie kommt, spielt erst seit vier Jahren Volleyball. In dieser Zeit hat sie aber bereits beachtliche überregionale Erfolge erzielt. So ist sie Mitglied im Bayernkader und in diesem Jahr startete sie bis in den Bundeskader im Beachvolleyball durch. Deshalb hat das Vergabegremium entschieden, sie in diesem Jahr mit dem Jugendsportpreis auszuzeichnen, den Manfred Paech gestiftet hat.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2018 - Bürgermeister Helmut Haider gratuliert der Preisträgerin Elisabeth KerscherMit 14 Jahren feierte Elisabeth Kerscher ihren Einstand in der zweiten Volleyball-Bundesliga Süd. Im letzten Saisonspiel im März 2018 wechselte sie der damalige Trainer Luca Tarantini gegen Stuttgart II beim Stand von 20:20 im vierten Satz ein. „Elli“, wie sie von ihren Mitspielerinnen gerufen wird, erzielte vier der letzten fünf Punkte; darunter auch den Matchball zum Sieg der zweiten Mannschaft. Daran erinnerte Joachim Weiershaus, der Präsident der Roten Raben, in seiner Laudatio bei der Vergabe des Manfred-Paech-Jugendsportpreises.

 

Diese Szene zeige Elisabeth Kerschers Fähigkeit, in wichtigen Momenten locker und konzentriert zu bleiben. Dazu kommt ihr Ehrgeiz, sich auf den steinigen und entbehrungsreichen Weg zum Leistungssportler zu machen. Nach ihrem sportlichen Ziel gefragt, meinte sie, eines Tages möchte sie in der ersten Bundesliga spielen. Ihr persönliches Vorbild ist hier Lena Stigrot, die im Rote-Raben-Internat zu einer Bundesliga- und Nationalspielerin herangereift ist.

 

Elisabeth Kerschers Talent ist auch überregional nicht verborgen geblieben. So berief sie Landestrainer Werner Kiermair in die Bayernauswahl, mit der sie 2017 den Bundespokal holte. Natürlich spielt sie weiter in der zweiten Damenmannschaft der Roten Raben und feierte mit ihr in der Saison 2018/2019 den deutschen Vizemeistertitel und mit der U 20 der Roten Raben den dritten Platz bei der deutschen Meisterschaft. Ein besonderes Erlebnis war für sie die Reise mit der Bayernauswahl im Frühjahr 2018 nach San Francisco. Dort spielten mehr als 1000 Teams um den Sieg. Den zweiten Platz in ihrer Klasse sowie die Dimension dieser internationalen Veranstaltung werde sie so schnell nicht vergessen, sagte sie.

 

Mit einem Schnuppertag hat alles angefangen

 

Grossansicht in neuem Fenster: Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2018 - Preisträgerin Elisabeth Kerscher in AktionAngefangen hat ihre Volleyballkarriere vor vier Jahren bei einem Volleyball-Schnuppertag im Montgelas- Gymnasium, wo der erfahrene Nachwuchstrainer Milos Zika, der mittlerweile seit über 20 Jahren bei den Roten Raben ist, auf sie aufmerksam wurde und sie zum Vereinstraining einlud.

 

Erst wollte sie gar nicht, verriet die sympathische 16-Jährige. Doch Milos habe ihr mit viel Geduld die Grundlagen des Volleyballs vermittelt und ab da ließ sie der Volleyballsport nicht mehr los. Sie trainierte dreimal pro Woche und unter Trainer Alex Klobertanz reifte sie zur Leistungsträgerin im Bezirksklassenteam. Zwei Jahre später gab Elisabeth Kerscher ihr Debüt in der zweiten Bundesliga Süd.

 

Zwischenzeitlich steht die 1,88 Meter große Vilsbiburgerin auch auf dem Beachvolleyballfeld. Zuerst mit ihrer Mannschaftskollegin Amelie Busch und seit diesem Jahr mit Emma Sambale. Hier wurde auch Bundesnachwuchstrainer Jörg Ahmann auf sie aufmerksam, berief sie in den Bundeskader und macht ihr Hoffnung auf die U 21-WM im nächsten Jahr in Thailand. Er spricht sogar von den Olympischen Spielen 2024 in Paris, da er allerhand Potenzial bei Elisabeth Kerscher sieht; eine reizvolle Vision, wie Joachim Weiershaus anmerkte.

 

Die Richtlinien für den Jugendsportpreis geben vor, dass sich die Preisträger durch ihre Leistungen überregional verdient gemacht haben und die Stadt Vilsbiburg positiv repräsentieren. Er ist „eine Anerkennung für sportliche Leistungen, die über das normale Maß hinausgehen und besonderes Engagement, Leistungswillen und Leistungsbereitschaft erfordern“, sagte Bürgermeister Helmut Haider, als er Elisabeth Kerscher den Preis überreichte. „Dass I den kriag, hätt I niemals denkt“, meinte die Preisträgerin auf bayerisch. Er sei Bestätigung für allen Einsatz und Entbehrungen, die sie für den Volleyballsport auf sich nehme.

 

Umrahmt wurde die Preisverleihung musikalisch von „Kir Royal“ mit Gabi Jäckle-Mayr, Anna Mayr und Andrea Soller.

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