Wir haben Grund zu feiern: Vilsbiburg ist im Rahmen des Neuen Europäischen Bauhauses (NEB) mit einem Regionalpreis ausgezeichnet worden. Die Einreichung der Bewerbung erfolgte im engen Zusammenspiel zwischen der Stadt Vilsbiburg und der sozialen Innovationsplattform Silicon Vilstal. Unter über 300 Einreichungen aus ganz Europa hat sich das Vilsbiburger Projekt „Stadterbe und nachhaltige Innovation“ hervorgehoben – eine starke Bestätigung für unsere Innenstadtentwicklung.
Das Neue Europäische Bauhaus ist eine kulturelle und gesellschaftliche Initiative der Europäischen Kommission. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sie 2020 ins Leben gerufen. Unter den Prinzipien Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion werden europaweit Projekte gefördert und prämiert. In der Kategorie „Förderung für kleine Gemeinden“ hat sich Vilsbiburg durchgesetzt und einen mit 30.000 Euro dotierten Preis gewonnen.
Herzstück der Bewerbung war das Motto: „Vilsbiburg: Tradition trifft auf nachhaltige Innovation“ - Wir verwandeln das historische Stadtzentrum ganzheitlich in einen lebendigen kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt, der Tradition und zukunftsweisendes Design miteinander verbindet. Die Räume legen Wert auf Barrierefreiheit, grüne Infrastruktur und Möglichkeiten für alle. Unsere Initiative dient als Blaupause für europäische Kleinstädte.

Dieser Leitgedanke beschreibt präzise, was die Stadt derzeit verwirklicht: eine umfassende Transformation des historischen Zentrums, das zu einem lebendigen kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt wird. Traditionelle Strukturen werden bewahrt, aber mit zukunftsweisendem Design und neuen Nutzungen verbunden.
„Die letzten Jahre haben gezeigt, was entstehen kann, wenn Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Kreative und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammenspielen – sei es auf dem A
BV-Gelände, am Balkspitz, in der Freiung oder durch die vielen Impulse von Silicon Vilstal“ betonte Erste Bürgermeisterin Sibylle Entwiste in ihrer Dankesrede.
Die Idee zur Bewerbung stammte von dem Silicon-Vilstal-Gründer Helmut Ramsauer. Er erkannte, wie hervorragend das Vilsbiburger Innenstadtentwicklungsprojekt zu den Werten des New European Bauhaus passt: nachhaltig, schön und gemeinschaftlich – genau diese Schwerpunkte setzt auch Vilsbiburg. Der Ansatz der Stadt geht dabei weit über einzelne Maßnahmen hinaus: Barrierefreie Wege und Zugänge, soziale Teilhabe, grüne Infrastruktur, generationenfreundliche Aufenthaltsbereiche und ein sensibler Umgang mit dem historischen Stadtbild greifen harmonisch ineinander. So entsteht ein Zentrum, das seine Geschichte erlebbar macht und gleichzeitig Raum für Neues eröffnet.

Dieser Wandel ist sichtbar und erlebbar. Mit der Balkspitz-Grünanlage, dem Neubau des Kulturzentrums, der Revitalisierung der Freiung und zahlreichen weiteren Projekten formt sich ein Stadtbild, das Menschen einlädt, sich aufzuhalten, zu beteiligen und Neues auszuprobieren. Unterstützt wird die Stadt dabei auch vom Büro Querfeld Design, das den gestalterischen Rahmen mitentwickelt.
Bei der Preisverleihung in Brüssel Ende September war Helmut Ramsauer vor Ort um den Preis entgegenzunehmen. Hier in Vilsbiburg fand am 20.11. im vhs-Saal eine Feier mit den Stadträten und weiteren geladenen Gästen statt, bei der Wolfgang Bücherl, Leiter der Regionalvertretung der europäischen Kommission für Bayern und Baden-Württemberg, die Übergabezeremonie übernahm.
Er zeigte sich beeindruckt und hob hervor, dass Vilsbiburg ein Beispiel dafür sei, wie kleine Städte mit Pragmatismus und Mut Großes bewegen können. Nachhaltigkeit werde hier nicht nur geplant, sondern gemeinschaftlich gelebt. In seiner Laudatio würdigte er die Entwicklung: „Der Wandel gelingt nicht durch Technik allein. Er gelingt, wenn Menschen ihn erleben können. Wenn Nachhaltigkeit sichtbar und fühlbar wird. Wenn wir Räume schaffen, in denen man gern lebt. Wenn wir zeigen, dass ökologischer Fortschritt, soziale Teilhabe und Ästhetik einander nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig stärken“
Bürgermeisterin Entwistle unterstrich noch, dass hinter diesem Wandel jahrelange Zusammenarbeit steht: „Stadtentwicklung ist kein Sprint – sie ist ein Marathon und oft sogar ein Staffellauf über Generationen hinweg.“ Die NEB-Auszeichnung sei ein starker europäischer Impuls und zeige: „Europa sieht uns. Europa ermutigt uns. Und Europa traut uns zu, weiterzugehen.“
Vilsbiburg setzt ein Zeichen, wie sie mit dem Ansatz ein Vorbild für andere europäische Kleinstädte werden kann: indem sie ihre eigene Geschichte bewahrt, sie gleichzeitig weiterentwickelt und Räume schafft, in denen Zukunft entstehen kann.
Bild links oben: Helmut Ramsauer (li.) und Erste Bürgermeisterin Sibylle Entwistle zusammen mit Wolfgang Bücherl, dem Leiter der Regionalvertretung der europäischen Kommission für Bayern und Baden-Württemberg.
Bild rechts: Wolfgang Bücherl überreichte den Preis an Bürgermeisterin Sibylle Entwistle.
Bild links unten: In Brüssel nahm Helmut Ramsauer von Silicon Vilstal den Preis entgegen.

















