13.07.2026

Ziegel-Ausstellung im Museum erweitert

Eröffnung mit Gästen aus Buja – Broschüre zum Partnerschafts-Jubiläum präsentiert

 

Mit einem kleinen Festakt im Spitalgarten wurde vor kurzem die Erweiterung der Ziegelausstellung im Heimatmuseum offiziell eröffnet. Andrea Tondolo, der Vorsitzende der Folkloregruppe „Balarins di Buje“, hat die Geschichte der Wanderarbeiter aus dem Friaul mit einem Modul erweitert, das alte Traditionen aus Buja wie die Herstellung von Münzen vermittelt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Festschrift vorgestellt, die von der Stadt Vilsbiburg aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Vilsbiburg und Buja herausgegeben wurde.

 

„Ausstellungen und Installationen erzählen Geschichten. Sie bewahren Erinnerungen und machen Geschichte sichtbar“, sagte Bürgermeisterin Sibylle Entwistle in ihrer Einführung. Die Dauerausstellung im Museum über die Geschichte der Ziegeleien in Vilsbiburg sei auch deshalb von überregionalem Interesse, weil sich ein wichtiges Kapitel dabei mit den Wanderarbeitern aus dem Friaul beschäftigt.

 

Diese „Fornaciai“ waren gewissermaßen die ersten „Gastarbeiter“ aus Italien, deren besonderes Geschick bei der Ziegelherstellung vor 150 Jahren in der Region Vilsbiburg sehr gefragt war. Die Namen von mehr als 2350 Zieglern aus Italien hat Heimatforscher Lambert Grasmann in den handschriftlichen Akten der Gemeindekrankenversicherung gefunden und in eine heute lesbare Form gebracht. Das soziale Umfeld dieser italienischen Arbeiter, insbesondere das Thema Kinderarbeit, ist allerdings noch nicht vollständig erforscht, wie Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholz darlegte. Aber es sei schön, dass der Verein der Balarins di Buje mit alten Trachten und Objekten der friaulischen Heimat „uns nun auch die fröhlichen und angenehmen Seiten des Lebens in unserer Partnergemeinde zeigt“, sagte sie und bedankte sich für die Leihgaben.

 

Aus den freundschaftlichen Begegnungen während der Erforschung dieser historischen Wirtschaftsbeziehung heraus ist vor 25 Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg entstanden. Zu diesem Jubiläum, das an Pfingsten mit einer großen Delegation aus Buja gefeiert wurde, hat die Stadt Vilsbiburg eine Broschüre in deutscher und italienischer Sprache herausgegeben. Darin wird der Beginn dieser Partnerschaft und ihre bisherige Entwicklung ebenso dargestellt wie die Geschichte der Ziegelarbeiter. Auch ein Porträt der beiden Partnerstädte ist in der Schrift enthalten, deren Texte von Georg Soller unter Mitwirkung von Josef Sterr, Lambert Grasmann und Gaia Papinutto verfasst wurden. Er hat dafür zahlreiche Quellen aus verschiedenen Archiven zusammengetragen. In der Rückschau werde nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Bilder deutlich, so Soller, wie gut sich diese Partnerschaft in den zurückliegenden 25 Jahren gefestigt habe.

 

Andrea Tondolo oblag es, das neue Ausstellungsmodul zu erläutern: „Die Kostüme, die hier ausgestellt sind, sind eine genaue Abbildung der festlichen Kleider, die Mitte des 19. Jahrhunderts im Hügelland des Friaul getragen wurden“, sagte er. Diese Trachten erzählten von der Würde und der Freude eines Volkes, dass seine Fähigkeiten und Erfindungskraft in die ganze Welt exportiert habe – unter anderem nach Bayern. Aus der gegenseitigen Kenntnis der Geschichte und den Traditionen der beiden Städte sei diese Freundschaft entstanden: „Nur indem wir verstehen, was dem anderen am Herzen liegt, können wir ein Band aufbauen, das wirklich brüderlich und dauerhaft ist.“ Das Museum und insbesondere die Ziegelausstellung sei kein nostalgischer Rückblick, „sondern ein kulturelles Labor, das in der Lage ist, die Erinnerung mit der Gegenwart in einen Dialog zu bringen und uns damit unsere Zukunft aufzuzeigen“.

 

Info:

Die kostenlose Broschüre „25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg“ gibt es im Rathausfoyer, im Heimatmuseum und in der Buchhandlung Koj.

 

Andrea Tondolo und Nicoletta Nicoloso (Vierter und Fünfte von rechts) erläuterten die Bedeutung der ausgestellten Medaillen (von links): Dritter...

Andrea Tondolo und Nicoletta Nicoloso (Vierter und Fünfte von rechts) erläuterten die Bedeutung der ausgestellten Medaillen (von links): Dritter Bürgermeister Sebastian Haider, Partnerschaftsbeauftragter Josef Sterr, Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholz, Stadträtin Christine Koj, Partnerschaftsbeauftragte Anna Lena Dechantsreiter und Thomas Koj.