Text: Vilsbiburger Zeitung, 14.01.2020, Foto: Archiv Wilhelm Grässle.

Zum Tod von Musiklehrer und Kulturpreisträger Heinz Loher

Zum Tod von Musiklehrer und Kulturpreisträger Heinz Loher (Foto: Archiv Wilhelm Grässle).

Ein Musikerleben

Vilsbiburg. (gs) Ein von Musik erfülltes, ein reiches und ein viele Menschen bereicherndes Leben ist zu Ende gegangen: Dies sagte Josef Kraus, der auf Wunsch der Familie beim Requiem in der Stadtpfarrkirche am vergangenen Freitag den Nachruf auf Heinz Loher sprach. Der langjährige Musiklehrer am Montgelas-Gymnasium ist im Kreis der Familie am 3. Januar gestorben.

 

Heinz Loher wurde inmitten des 2. Weltkrieges, am 29. Juni 1942, in Bad Kreuznach geboren. Drei Monate später kehrte die Mutter ins Rottal zurück, wo Loher in Pfarrkirchen aufgewachsen ist. Nach dem Abitur studierte er am Trapp‘schen Konservatorium für Musik und danach Schulmusik. Während der Referendariatszeit heiratete er seine Frau Ute.

 

Seine deutsche Schullaufbahn unterbrach Heinz Loher zwischen 1973 und 1980 und unterrichtete an der Deutschen Schule im nordgriechischen Thessaloniki Musik und Deutsch als Fremdsprache. Dort kam auch die Tochter Karin zur Welt.

 

Von 1980 bis zu seiner Pensionierung 2006 arbeitete Loher im noch jungen Gymnasium Vilsbiburg. „Heinz Loher war in all den Jahren nicht nur ein motivierender Musiklehrer und dynamischer, anspruchsvoller Leiter des Schulorchesters, sondern auch einer, der die jungen Leute und seine Kollegen zu Aktivitäten mitriss“, sagte Kraus. Ohne seine Freude am Beruf wäre er nicht weit über den Regelunterricht hinaus aktiv geworden, etwa mit Gastspielen in Asiago und Rochlitz, mit von ihm initiierten Schallplatten- und CDAufnahmen oder mit den vielen Leistungskursen Musik. Loher sei ein Talentfinder und -förderer gewesen, sagte Kraus, und als niederbayerischer Fachreferent für gymnasiale Musik war er unter anderem auch für die Begabtenprüfungen zuständig.

 

Wie an allen Stationen seines Lebens war Loher auch in Vilsbiburg außerhalb der Schule für seine Musik aktiv. Noch 1980 inserierte er in der Zeitung, dass er Musiker für ein Vhs-Kammerorchester suche. In den folgenden Jahrzehnten absolvierte er mit seinem Orchester mehr als 100 Auftritte, darunter große Konzerte wie die Aufführung der Bach’schen h-Moll- Messe, für die er 40 Instrumentalisten und 40 Sänger zusammenholte. Seine Honorare hat er dabei stets komplett ins Orchester reinvestiert. Weil er sich innerhalb und außerhalb der Schule große Verdienste um die Musik in der Region Vilsbiburg erworben hat, wurde ihm 2011 der Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg verliehen.

 

Kraus bezeichnete Loher als zielorientierten, geradlinigen Menschen, der zuletzt immer größere Gelassenheit ausstrahlte – auch wenn es ihm schwer zu schaffen machte, dass er wegen einer Gelenkerkrankung nicht mehr selbst musizieren konnte. Doch die Musik hat ihn bis zu seinem letzten Tag begleitet.

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