An der Frontenhausener Straße 7 und 9 wird ein städtischer Leerstand beseitigt
Die Gebäude an der Frontenhausener Straße 7 und 9 stehen seit vielen Jahren leer und befinden sich in einem schlechten, abbruchreifen Zustand. Dort baut jetzt das Vilsbiburger Bauunternehmen Thalhammer neue Räume für ein Augenmedizinisches Zentrum (MVZ) sowie insgesamt 20 Innenstadt-Wohnungen mit einer Tiefgarage. Gleichzeitig werden in diesem Quartier die Fußweg-Verbindungen optimiert.
„Es ist eine sehr gute Entwicklung, die man in dieser Form nicht jeden Tag bekommt“, freute sich Bürgermeisterin Sibylle Entwistle, nachdem das Projekt offiziell unter Dach und Fach war. Mit diesem Bauvorhaben werde mehr Frequenz ins Stadtzentrum gebracht und die medizinische Versorgung der Bürger verbessert, hieß es, als der Stadtrat dem Verkauf der städtischen Immobilie zugestimmt hat. Damit wird nach dem ABV-Gelände und dem früheren „Papiertiger“ der nächste Leerstand im Zentrum wiederbelebt.
Angestoßen wurde das Projekt durch die Suche eines Landshuter Facharztes nach zeitgemäßen Räumen für ein augenmedizinisches Zentrum. Im Erdgeschoss des Neubaus sollen nun sechs Behandlungszimmer, ein OP-Raum und die dazugehörigen Räume für Personal und Anmeldung entstehen. Es handelt sich dabei um eine Niederlassung eines Landshuter Augen-MVZs.
Über dieser Augenklinik entstehen neue Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 80 Quadratmeter Wohnfläche – „dringend benötigter Wohnraum in zentraler Lage der Stadt“, wie die Bürgermeisterin betont. Weitere Wohnungen werden im rückwärtigen Bereich des Grundstücks gebaut, dessen Tiefe von der Frontenhausener Straße aus nicht einsehbar ist. Ein Teil des Grundstücks wird mit einer Tiefgarage mit 18 Stellplätzen für die Bewohner oder die Mitarbeiter des Augen-MVZs unterkellert. Die Patienten des Augen-MVZ können in der Nähe auf dem Stammler-Parkplatz oder am Sankt Johannes Haus parken.
In enger Abstimmung zwischen dem Bauunternehmen, dem städtischen Bauamt und der Tiefbauabteilung des Kreisbauamts wurde eine direkte Ausfahrt aus dem Grundstück in die Frontenhausener Straße erarbeitet. Aus diesem Grund wird das neue Gebäude etwas zurückgesetzt und der Gehweg wird an dieser Stelle breiter. Gleichzeitig erhält der Neubau einen Durchgang bis zu einem öffentlichen Gehweg, der zwischen Sankt Johannes Haus und Seyboldsdorfer Straße verläuft und auch ausgebaut werden soll. „Damit wird das innerstädtische Fußweg-Netz abseits der Straße deutlich verbessert“, erklärte Architekt Michael Leidl vom Büro Arc-Architekten, der das Projekt städtebaulich begleitet.
Leidl hat auch die Fassadenform für das neue Gebäude entwickelt, damit es sich bestmöglich in die Umgebung einfügt. Auf dieser Höhe der Frontenhausener Straße finden sich allerdings alle Gebäudeformen vom eingeschossigen Haus bis zum sehr hohen Restaurant-Gebäude an der Einfahrt zur Floßgasse. Um eine nicht zu massive, eher „familiärere Wirkung“ zu erzielen, wird die neue Front wie typische Vilsbiburger Bürgerhäuser mit drei Giebeln gestaltet, die in Richtung Stadtturm höher und stadtauswärts etwas niedriger asymmetrisch ausgestaltet werden.
Im rückwärtigen Bereich ist zwischen dem Neubau und dem Nachbargrundstück ein Garten mit größeren Bäumen vorgesehen, einerseits um den Abstand zum Nachbarn zu halten und andererseits den Bewohnern einen Blick ins Grüne zu ermöglichen. „Das hebt die Attraktivität der Wohnungen“, sagt Leidl. Die beiden Gebäude werden zentral mit einem barrierefreien Zugang erschlossen.
Bei dem Bauvorhaben herrscht ein hoher Termindruck; schon in den nächsten Tagen beginnt der Abbruch der alten Gebäude, im Frühsommer soll mit dem Bau begonnen werden. Das Ziel ist, dass die Augenärzte in der ersten Hälfte 2027 ihre Arbeit aufnehmen können.
Für die Stadt ist das Bauvorhaben ein weiterer Baustein zur Belebung des Zentrums, der sich positiv für die ganze Umgebung auswirken soll. Gleichzeitig wurde aber beim Umfang des verkauften Grundstücks auch darauf geachtet, dass die weitere Entwicklung des Areals um das Sankt-Johannes-Haus nicht beeinträchtigt wird; insbesondere eine mögliche Erweiterung der Mittelschule ist sichergestellt.

Seit etwa 20 Jahren standen die Gebäude an der Frontenhausener Straße 7 und 9 leer.
Bild oben: Von drei Varianten hat diese Gebäudeform den Bauausschuss und den Investor am meisten überzeugt.
Modell: Arc-Architekten













